Z o o t z e n

mit seinen Bereichen:   Damm, Briesener-Zootzen, Klessener-Zootzen, Friesacker-Zootzen

 

Erstmalig wurde Zootzen im Jahre 1315 erwähnt unter dem Namen „Zuzen“.

1388 schrieb man „Crotzen“, 1392 „Crutzen“ und schließlich

1772 „Zotzen“.

Damals hatte der Ort 35 Einwohner;

per 31. 12. 2001 besitzt Zootzen 364 Einwohner.

 

Zootzen bedeutet eine im Luch gelegene Erhöhung oder Insel

oder

auch Kiefer – russisch Zozna.

 

Der Zootzen war urwaldartig bewaldet,

im Friesacker Zootzen standen weit und breit die ältesten und mächtigsten Eichen;

man konnte sie nicht fällen und durch das sumpfige Umland abtransportieren.

 

In den ältesten Akten – 1100 – wird von der „Einsamen Eiche“ gesprochen,

die markanter Grenzpunkt war.

Jedoch um die großen Holzvorräte gab es Streit, waren sie doch besonders wertvoll

in einer Zeit, als Holz u. a. das beherrschende Heizmaterial war

-          und das bis weit in`s 18. Jh. hinein.

 

Nach dem Siebenjährigen Krieg versuchte Friedrich II., die Bevölkerung dazu zu

bewegen, Torf als Heizmaterial zu verwenden. Die Bevölkerung war zunächst

dagegen – wie so oft gegen Neues. Erst steigende Holzpreise, infolge starker

Nachfrage, bewirkten allmählich die Umstellung.

 

Durch den starken Einschlag hat der Zootzen im Laufe der Jahrhunderte viel von seinem

urwaldmäßigen Zustand verloren.

 

Der Wald heute – ein nahezu geschlossenes Gebiet von 1.600 ha Größe –

bietet dem Besucher eine außerordentliche Vielfalt von Biotopen, in Flora und Fauna.

 

Zootzen hat ein seit 1980 festgeschriebenes 148 ha großes Naturschutzgebiet.

 

Im Westteil des Zootzen, wo sich auch das Naturschutzgebiet befindet, herrschen

grundwasserbeeinflussende Talsande – durchsetzt mit Ton und Lehm – vor,

dazu gibt es Moorlöcher und der Alte Rhin mäandert durch das Gebiet.

 

Laubholz dominiert – man findet gegen 20 verschiedene Holzarten, darunter

besonders Eichen – einzelne wohl 300 Jahre alt -,

Ahorn, Buche, Esche, Erle, Linden, Rüster und Birke.

 

Anemone, Leberblümchen, Maiglöckchen, Lungenkraut, Waldmeister und

andere Frühjahrsblüher sind reichlich vorhanden.

 

Wohl 20 Vogelarten brüten – darunter die Nachtigall, der Schreiadler

und die Hohltaube.

 

Kreuzotter, Ringelnatter und Blindschleiche sind ebenso zu Haus, wie der

Fischotter und der in Europa seltene Hirschkäfer.

 

Im Alten Rhin sind verschiedene Entenarten und

der Eisvogel – der Diamant unserer Gewässer –

zu Hause.

 

Weiter – nach Osten – liegt das Land etwas höher, die Dünen sind weiter

vom Grundwasser entfernt. Roteiche und Buchen besiedeln horstartig die darin

eingebetteten tieferen Senken. Je trockener die Lage, desto mehr beherrscht

erst die Douglasie, dann allein die Kiefer – mit Beständen von teilweise 80 Jahre

alten Exemplaren.

 

Im November 1972 richtete ein Orkan schweren Schaden an.

Man erzählt – am gleichen Tag – vor genau 100 Jahren –

also 1872

habe ebenfalls ein Orkan gewütet

... und viele Bestände waren 1972 etwa 100 Jahre alt.

Der Orkan warf ganze Flächen nieder – meist Kiefern.

Wegen des gut erreichbaren Grundwassers wurzelten die Bäume nicht

tief genug, so dass sie geworfen wurden – ohne Bruch.

75.000 Festmeter Holz lagen am Boden.

Starke Einsatzkräfte hatten bis 1974 zu tun, um das Holz aufzuarbeiten.

Die Wiederaufforstung dauerte – bis einschließlich Frühjahr – bis 1976.

Bei der Wiederaufforstung beteiligten sich Schulklassen aus

Friesack, Nackel, Dreetz und Fliederhorst (heute wieder Königshorst),

die Angler aus Warsow und Brädikow, die Feuerwehr aus Zootzen, Wutzetz und

Vietznitz – auch Mitarbeiterinnen des Rates des Kreises Nauen.

 

Nach den Hydro-Meliorationen dieser Jahre verschwanden Trappen,

Birkenwild und Fasane aus diesem Gebiet – leider!

 

 

Nunmehr – ab dem Jahre 1995 – sind 2.225 ha landwirtschaftliche Nutzfläche

in Pacht der umliegenden Agrargenossenschaften.

Das VEG Tierzucht besteht de facto nicht mehr.

Es sind keine Tiere mehr da und von den einstmals

123 Beschäftigten sind nur noch 5 Beschäftigte tätig.

 

...

 

Über die Natur

Die Natur versteht keinen Spaß,

sie ist immer wahr,

immer ernst,

immer strenge,

sie hat immer recht,

und die Fehler und Irrtümer sind

immer des Menschen.

 

(Johann Wolfgang von Goethe)

...

 

 

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wir wünschen ihnen noch viel Freude

auf den Internet-Seiten des Amtes Friesack.