W u t z e t z

 

Das Dörfchen Wutzetz liegt abseits größerer Straßen und einer Bahnlinie.

Als in den Jahren 1806/07 französische Truppen von Berlin auf der alten Heerstraße

Richtung Hamburg zogen, fanden sie das Dorf nur durch Zufall – Hundegebell.

 

Die am Nordrand des Rhinluchs auf höherem Gelände gelegene Feldmark war schon in der mittleren und jüngeren Steinzeit besiedelt, wie zahlreiche Funde beweisen.

Nicht nur Werkzeuge, Waffen und Tonscherben wurden gefunden – auch Feuerstellen

konnten nachgewiesen werden.

 

Funde aus der Bronzezeit zeigen die anhaltende Besiedlung der Wutzetzer Feldmark.

 

Im Jahre 1827 verklagten Wutzetzer Landwirte den Grafen von Bredow auf Wagenitz auf Gestellung von Reparaturholz für ihre Gehöfte. Seinerzeit hätten beim Verkauf des Dorfes Wutzetz im Jahre 1431 der Verkäufer – ein Herr von Wuthenow auf Segeletz – und

der Käufer – der Graf von Bredow – in dem Kaufvertrag die freie Lieferung von Bauholz zu Reparaturzwecken festgeschrieben. Leider konnten die Wutzetzer das nicht beweisen, da die Akten über den Verkauf nicht vorgelegt werden konnten. Und so wurde die Klage abgewiesen.

 

Obwohl offensichtlich älter, findet sich erst im Jahre 1491 die erste urkundliche Erwähnung, und so hat man sich geeinigt, dieses Jahr als offiziellen Gründungszeitpunkt zu erklären.

Demgemäß fand die 500-Jahr-Feier im Jahre 1991 statt.

 

Von 1491 bis 1872 stand Wutzetz unter der Herrschaft derer von Bredow zu Friesack, Klessen und Görne. Allerdings gehörten ihnen ab der 2. Hälfte des 17. Jh. nur noch ½ Gericht Patronat sowie ein Rittergut, 8 Bauern, 1 Kossät und eine halbe Kruganlage.

Von 1663 bis 1872 hatte von Quast zu Garz und Vichel die Herrschaft über

die zweite Hälfte von Wutzetz.

 

Das frühe Dorf wird in der Zeitschrift „Lieb Heimatland“ von 1936 wie folgt beschrieben:

 

„Wutzetz ist eine bäuerliche Siedlung aus der Wendenzeit.

Name und Dorfform deuten darauf hin.

Als die ersten Ansiedler hier ihre Wohnungen bauten, benutzten sie eine fast

kreisrunde Ausbuchtung des festen Landes, die weit in das Eiszeitstromtal vorgeschoben

war – und so entstand das Runddorf Wutzetz.

 

19 Höfe – ringförmig um den runden Dorfplatz angelegt –

in der Mitte Kirche mit Begräbnisplatz und Schule,

so hat es unverändert die Jahrhunderte überdauert.

Anfangs führte nur ein Zuweg von der abseitigen Landstraße von Westen

her in das Dorf.

 

Hinter den Gehöften lagen die sich keilförmig erweiternden Gärten und

bilden mit dicken Hecken einen natürlichen Schutzwall. An die Gärten schlossen

sich die Äcker an, die noch bis in die Mitte des 19. Jh. mit alten Eichen, Birken, Eschen

dicht bestanden waren.“

 

Im Jahre 1540 lebten in Wutzetz:   1 Schulze, 13 Kossäten und 1 Kuhhirt.

1624 waren es 19 Kossäten, 1 Hirt, 1 Hirtenknecht und 4 Paar Hausleute.

 

Im Jahre 1638 wurde Wutzetz durch die Kaiserlichen unter Galles mit 30 anderen

Dörfern total zerstört, die Einwohner wurden erschlagen oder fielen der Pest zum Opfer.

 

Im Jahre 1687 wurde ein neues Verzeichnis der Höfe angelegt. Darin findet man

keinen Namen aus der früheren Zeit wieder.

Der Große Kurfürst hatte Siedler aus Holland, Nordwestdeutschland, der Schweiz

und der Pfalz in das menschenarme und verwüstete Land gerufen.

So liegt auch die Vermutung nahe, dass auch die Wutzetzer aus diesen Gegenden stammen.

 

Der Baubeginn der Berlin-Hamburger Straße (heute B5) im Jahre 1842

brachte für Wutzetz eine deutlich bessere Verkehrsanbindung – sowohl

nach Friesack als auch nach Wusterhausen und Neustadt/Dosse,

obwohl sie den Ort nicht berührt wie auch die Bahn.

 

Im Jahre 1844 erfolgte der Baubeginn der Eisenbahn Berlin-Hamburg;

zunächst eingleisig.

Es wurden zahlreiche kleinere Häuser gebaut.

Allein die Bahn zog Arbeitskräfte an.

 

1860 wurden im Dorf neu gebaut:  ein Chausseehaus, ein Gasthaus und zwei Bahnwärterhäuser.

 

Im eisigen Winter des Jahres 1888 wurden durch ein Feuer – trotz umfangreicher

Bemühungen der Dorfbewohner und Helfer aus den Nachbardörfern –

28 Gebäude in Wutzetz vernichtet.

Die Ursache blieb ungeklärt – vermutet wurde Brandstiftung.

 

In den Wintermonaten 1888/89 wurde die Brandstelle aufgeräumt und

ein Bebauungsplan durch den Amtsvorsteher aus Segeletz aufgestellt.

Die Hofstellen wurden zurückverlegt und damit vergrößert.

Somit wurde ein größerer Abstand der Gebäude erreicht.

So wie sich die Gebäude heuten zeigen,

wurden die Hofstellen damals neu bebaut, massiv und mit Ziegeldächern.

 

Im Jahre 1928 erfolgte die Vereinigung der Gemeinde Wutzetz

mit den Gutsbesitzern Damm I und Damm II.

 

Im Jahre 1953 beschloss die Gemeindevertretung den Antrag:

 

„Infolge Umlegung der Gemeinde Wutzetz-Damm in den Kreis Kyritz

sind die verkehrsmäßigen sowie wirtschaftlichen Nachteile in einem Maße

ungünstig zum Ausdruck gekommen, daß ein Weiterverbleiben in dem

Kreisverband Kyritz der Gemeinde und seinen Einwohnern nicht mehr

zugemutet werden kann. Es wird daher die Umlegung der Gemeinde

Wutzetz-Damm aus dem Kreisverband Kyritz in den Kreis Nauen beantragt.“

 

Anfang des Jahres 1956 erfolgte diese Umlegung.

Inzwischen war auch die Umlegung des Ortsteils Damm in die

Gemeinde Zootzen beantragt und vollzogen worden.

 

Im Jahre 1957 erfolgte die Gründung der LPG „Roter Oktober“.

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17786 hatte Wutzetz 156 Einwohner;

 

von 1800 bis 1895 stieg die Zahl von 191 auf 289;

 

1946 wurde - bedingt durch die Flüchtlinge und Neubauern –

mit 723 die höchste Zahl erreicht;

 

schon 1964 waren es nur noch 201 und

1995 sind es noch 154 Personen

 

-          ein Verlauf, wie er für viele - allein von der Landwirtschaft geprägten Dörfern –

typsich ist.

 

...

 

Über das bunte Kaleidoskop verschiedenster Begebenheiten, wie z. B.:

 

der Verkauf eines Teiles des Dorfes im Jahre 1661;

das Beispiel für das Verhältnis der Herrn zu seinen Untertanen;
Viehseuchen und Krankheiten;

die Viehhüter;

Lehrer und Küster Anfang dieses Jh. – Staat, Kirche und Schule;

Besorgungen vor dem Ersten Weltkrieg;

Der Erste Weltkrieg in der Schulchronik – Spiegelbild der Stimmung der Menschen;

Kriegsgefangene in Wutzetz;

1935 – die Suche nach einem Kindesmörder;

1945 – Sterndeuter gefragt;

Ölsuche;

1979 – Eingeschneit;

Der Wutzetz-Walzer

 

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